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Langfristige Trends sind immer gut, Symantec oder McAfee
New York, Donnerstag, 2. Juli 2009
Angst ist ein großes Problem in Sachen Geldanlage. In meiner Verwandtschaft habe ich Börsianer, die sich vor einem Crash oder Kurseinbruch so sehr sorgen, dass sie kein Geld mehr an der Börse investieren wollen. Manch einer hat sich im Internet-Boom der 1990er Jahre die Finger verbrannt. Neuinvestments sind für viele daher tabu. Das Gegenteil sollte der Fall sein. Nach dem Sturz der Wall Street gibt es so viele Value-Schnäppchen wie seit Jahren nicht mehr. Angst ist ohnehin ein schlechter Ratgeber.
Oft höre ich in Gesprächen, dass viele nicht wissen, welche Aktien sie kaufen sollen. Wer nicht weiß, wo zu investieren, hier eine ganz einfache Vorgehensweise: Schauen Sie nach langfristigen Trends! Setzen Sie auf solche Trends. Etwa die alternde Gesellschaft, also Altersheimbetreiber, oder die zunehmende Internetnutzung. Wer auf das Word Wide Web setzt, kann sich etwa einen Spezialisten für Antispam oder einen Antivirenprofi wie Symantec beziehungsweise McAfee ins Depot legen. Das Zeug läuft immer.
Achten Sie zusätzlich auf eine starke Marktstellung, eine robuste Bilanz, keine oder wenige Schulden und natürlich eine hohe Profitabilität. So einfach ist das.
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Value Investing in drei Schritten: Finden, Abwarten, Kaufen
New York, Donnerstag, 2. Juli 2009
In meinem Blog möchte ich Ihnen das Value Investing näher bringen. In loser Folge erkläre ich Ihnen, was dahinter steckt, worauf man achten muss und wie man unterbewertete Aktien findet.
Um den Prozess des Value Investings kurz zusammenzufassen, macht die Einteilung in drei Prozessstufen Sinn. In einem ersten Schritt geht es darum, solide Value-Aktien zu finden. Es handelt sich um hoch profitable Firmen. Im Idealfall haben sie einen hohen Marktanteil und verdienen eine höhere Marge als die Konkurrenz.
Der zweite Schritt: Wenn Sie nun eine solche Aktie gefunden haben, warten Sie einen guten Zeitpunkt für Ihren Einstieg ab. Sie kaufen nur, wenn die Aktie stark im Kurs nachgegeben hat beziehungsweise wenn die Bewertungsrelationen wirklich günstig sind. Warren Buffett hat auch schon Aktien nahe ihres Allzeithochs gekauft, insofern muss eine Aktie nicht unbedingt tief gefallen sein.
Der dritte Schritt: Sie kaufen und halten ihre Aktie langfristig, erfreuen sich an den Dividenden und an der langfristigen Kurssteigerung.
Am schwierigsten scheint mir der erste Schritt. Die Frage des richtigen Timings ist gar nicht so schwer zu klären. Momentan befinden wir uns in einer schweren Rezession, der Dow Jones liegt deutlich unterhalb seines Allzeithochs, das scheint mir grundsätzlich ein gutes Timing zu sein. Freilich hängt der richtige Zeitpunkt vom Kursverlauf des jeweiligen Aktienfavoriten ab.
Wie finde ich die Value-Aktien nun? Der Weltmarktführer für Ketchup, Heinz, ist meiner Meinung nach eine klassische Value-Aktie. Der Marktanteil in England reicht sogar an die 80 Prozent heran. Coca-Cola, McDonalds, der Suppenkönig Campbell oder das Softwarehaus SAP sind nach meinem Dafürhalten ebenfalls Value-Aktien.
Trotz der Marktführerschaft und hoher Margen geraten auch diese Firmen in Krisen. So floppten neue Getränke bei Coca-Cola. Die McDonalds-Restaurants gerieten Anfang der 1990er Jahre aus der Mode, viele Filialen waren verschmutzt, die Menüs trafen den Geschmack der Kunden nicht mehr. Der Ketchup-Riese Heinz und Suppengigant Campbell mussten hohe Rohstoffkosten verdauen. Doch all die Probleme führten nicht in die Insolvenz. Zu stark, zu robust sind die Marken und die Unternehmen. Die Krisen wurden gemeistert.
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Madoff: Kunstsammlung, Villa, Yacht - alles unterm Hammer
New York, Mittwoch, 1. Juli 2009
Immer stärker unter Druck gerät der New Yorker Hedgefondsmanager Ezra Merkin. Er hatte von Investoren 2,4 Milliarden Dollar eingesammelt und das Geld bei Bernard Madoff investiert. Die Milliarden sind nun weg. Zu Merkins Kunden zählte beispielsweise die New York University, die 24 Millionen Dollar bei dem größten Finanzbetrug der Geschichte verlor. Merkin pumpte das Geld seiner Kunden in die drei Fonds Ariel, Gabriel und Ascot Partners. Zum Großteil reinvestierte der rundliche Manager dann aber das Geld bei Madoff. Angeblich wussten seine Kunden von der Anlage bei Madoff nichts.
Der 56-jährige Merkin kassierte über Jahre hinweg fette Gebühren für die Verwaltung seiner Fonds. Mehr als 470 Millionen Dollar sollen an ihn geflossen sein, schreibt die New York Times in ihrer heutigen Ausgabe.
Auf Grund des Drucks des New Yorker Generalstaatsanwalts Andrew M. Cuomo verkloppte nun Merkin seine private Kunstsammlung. Den Erlös will Merkin den Geschädigten zugute kommen lassen. Nach Gebühren und Steuern soll seine Sammlung 192 Millionen Dollar eingebracht haben. Trotz der kleinen Wiedergutmachung ist sich Merkin keiner Schuld bewusst.
Nun wird ebenfalls nach und nach Bernie Madoffs prächtiges Privatvermögen versilbert. Der Erlös soll auch hier den Geschädigten zufließen. Freilich ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ruth Madoff, die Gattin des Milliardenbetrügers, muss in wenigen Tagen das Luxusappartement auf der Upper East Side verlassen. 1990 hatten die Madoffs die Wohnung für 3,325 Millionen gekauft. Nun dürfte die Eigentumswohnung in der Nähe des Central Parks sieben Millionen Dollar wert sein. Falls Sie mal in New York sein sollten und sich das Objekt ansehen möchten, hier die genaue Adresse: 133 East 64th Street, Appartementnummer 12 A. In Kürze rechne ich damit, dass ein Makler die Privatresidenz anbietet.
Daneben besitzen die Madoffs auf Long Island, in Montauk, ein Haus. Die Adresse: 216 Old Montauk Highway. Auch dieses Wochenendhaus dürfte bald auf den Markt kommen. Montauk liegt etwa 120 Meilen östlich von Manhattan. Per PKW brauchen Sie gut zwei Stunden dorthin. Es ist so schön hier. Direkt an der Atlantikküste verbrachten die Madoffs ihre Wochenenden. Hin und wieder warf Bernie für seine Mitarbeiter in Montauk Partys. Das Haus dürfte um die drei Millionen Dollar wert sein. Viele superreiche New Yorker verbringen das Wochenende in dem kleinen Fischereidorf. Es ist eine ruhige, abgelegene Halbinsel. Im Gegensatz zum stickigen Manhattan ist die Luft frisch. Ich fahre mit dem Rennrad einmal im Jahr von Manhattan nach Montauk und bin immer wieder von der Gegend hellauf begeistert.
Zusätzlich kaufte Bernie in Palm Beach, Florida, eine Villa. Die Adresse: 410 North Lake Way. Es ist ein Traum: fünf Schlafzimmer und sieben Bäder. Als die Madoffs das Objekt 1994 erwarben, zahlten sie 3,8 Millionen Dollar. Nun dürften es mehr als neun Millionen Dollar wert sein.
Ebenfalls gehörte dem Lügenbaron das dreistöckige Büro in dem berühmten Lipstick-Gebäude in Midtown Manhattan, auf der Lexington Avenue. Schließlich hatte er ein teures Büro in London. Adresse: 12 Berkeley Street. Darüber hinaus besaßen die Madoffs sündhaft teure Autos, einen Privatjet, eine Yacht, edlen Schmuck und allerlei Schnickschnack. Jetzt kommt das Zeug unter den Hammer.
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Dow Jones macht einen guten Schnitt im zweiten Quartal
New York, Dienstag, 30. Juni 2009
Zwar schloss heute der Dow Jones um ein Prozent niedriger bei 8.447. Doch hat sich der Index im zweiten Quartal mit einem Plus von elf Prozent insgesamt gut geschlagen. Es war das beste Quartal seit dem Jahr 2003. Kaum jemand hatte mit einem solchen Ausgang gerechnet. Noch Anfang März erreichte die Wall Street ein Zwölf-Jahres-Tief. Wenn Sie nur den Zeitraum Mitte März bis Mitte Juni nehmen, dann legte die Börse um atemberaubende 34 Prozent zu. Einen solche Aufholjagd in so kurzer Zeit hat es seit 1930 nicht mehr gegeben.
Die Sorgen um einen Kollaps des Finanzsystems sind gewichen. Auch nehmen die Befürchtungen vor einer Neuauflage der großen Depression ab. Jedoch bleibt die Börse skeptisch. Von Euphorie kann keine Rede sein.
Unterdessen kürzen die Firmen wie verrückt ihre Kosten. Sparen ist die Devise. Ebenfalls räumen Vorstände dem Schuldenabbau einen hohen Stellenwert ein. Zahlreiche Firmen finden Sie auf dem Parkett mit winzigen Bewertungen, obwohl die Bilanzen robust und das Geschäft profitabel ist. Meiner Meinung nach gibt es mehr Chancen als Risiken. Wer jetzt in solide Werte einsteigt und am Ball bleibt, sollte auf lange Sicht einen guten Schnitt machen.
In den amerikanischen Medien bestimmt derzeit der unerwartete Tod Michael Jacksons die Schlagzeilen. Die umfangreiche Berichterstattung über den Superstar dürfte die nächsten Wochen anhalten. Selbst Börsensender wie CNBC oder Fox Business berichten ausführlich über den Todesfall.
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Madoff muss 150 Jahre in den Knast, Berkshire Hathaway attraktiv
New York, Montag, 29. Juni 2009
Bernie Madoff muss 150 Jahre hinter Gittern – und das ohne Bewährung. Damit kommt der 71 Jahre alte Betrüger nicht mehr lebend aus dem Gefängnis frei. Heute verhängte ein New Yorker Gericht die drakonische Strafe. Madoffs Anwalt hatte für lediglich zwölf Jahre Gefängnis plädiert. Ich telefonierte heute mit Madoff-Jäger Harry Markopolos. Seit vielen Jahren wusste Markopolos, dass Madoff ein Schneeballsystem betrieb. Markopolos warnte die SEC eindringlich vor Madoff, doch die Beamten verpennten den größten Schwindel des Jahrhunderts. Nun schreibt Markopolos ein Buch über seine Recherchen. Ich gespannt auf seine Story. Hier können Sie meinen Artikel aus der Euro am Sonntag vom vergangenen Wochenende lesen.
Madoffs Gattin, Ruth Madoff, lies per Erklärung mitteilen, dass es ihr leid tue, welchen Schaden ihr Mann angerichtet hat. Madoff ergaunerte in einem Schneeballsystem 65 Milliarden Dollar. Seine Frau und seine beiden Söhne, die in Madoffs Firma arbeiteten, geben an, nichts von dem Schwindel gewusst zu haben. Ehrlich gesagt, glaube ich Ruth nicht ein einziges Wort. Sie muss von dem Betrug gewusst haben. Ein einzelner Mensch kann nicht ohne Hilfe von außen ein so großes Rad drehen. Ruth, die über ein riesiges Millionenvermögen verfügt, gibt nach einer Einigung mit den Strafverfolgern einen Großteil ihres Privatvermögens ab. Sie soll nach dem Deal mit den Strafverfolgern 2,5 Millionen Dollar behalten dürfen. Wenn Sie mich fragen, ist das eine Unverschämtheit. Es muss schnellstens geklärt werden, ob ihre Mittäterschaft nicht doch nachweisbar ist.
An der Wall Street herrscht indes eine gute Stimmung. Der Dow Jones legte am Montag um ein Prozent auf 8.529 Zähler zu. Einer meiner Favoriten ist natürlich die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Die von Warren Buffett geführte Gesellschaft notiert nur 30 Prozent über ihrem Buchwert. Der Titel wurde schon mit mehr als dem doppelten Eigenkapital taxiert. Insofern scheint das jetzige Kursniveau recht günstig. Die Aktie (WKN 900567) kostet aktuell 2.845 Dollar.
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Hitzewelle in New York, WMF und Villeroy & Boch ausgebombt
New York, Sonntag, 28. Juni 2009
In den Häuserschluchten Manhattans staut sich Hitze. Nach einem heißen Sommertag wie heute können Sie in vielen Appartements ohne Klimagerät kaum noch hausen.
Ich bin regelrecht begeistert, wie viele Traditionsfirmen ich jeden Tag entdecke, die krass unterbewertet sind. Ein paar Klicks durch Yahoo oder Onvista und schon springen mir die Schnäppchen ins Auge. Warum sollten diese Krise Haushaltswarenfirmen wie Villeroy & Boch oder WMF nicht überstehen? Sie haben robuste Bilanzen und reagieren mit Kostensenkungsmaßnahmen auf die Flaute. Dennoch hat die Börse diese Aktien brutal abgestraft.
Die krassen Abschläge zum Substanzwert sind erstaunlich. Die Lücke wird sich wieder schließen. Profitable Unternehmen werden wieder über dem reinen Buchwert notieren. Es ist eben eine außergewöhnliche Zeit.
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Wahn um Warren Buffett: Ein Mittagessen für 1,7 Millionen Dollar
New York, Samstag, 27. Juni 2009
Die Ebay-Versteigerung eines Mittagessens mit Warren Buffett brachte am Freitag 1,7 Millionen Dollar ein. Der Erlös kommt der Glide Foundation in San Francisco zu Gute. Der Bieter blieb dieses Mal anonym. Zwar war das Gebot etwa 20 Prozent unter dem Vorjahreswert, dennoch ist der Erlös für die Stiftung angesichts der Rezession recht hoch. 2,1 Millionen Dollar blätterte voriges Jahr der Hedgefondsmanager Zhao Danyang aus Hong Kong auf den Tresen. Es war ein Rekordbetrag. Seit zehn Jahren versteigert Buffett ein Mittagessen für einen guten Zweck. Meistens erhalten Fondsmanager und Investoren den Zuschlag. Das Foto oben machte ich.
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Dow Jones hält, Goldman Sachs auf Rekordkurs, 2 deutsche Perlen
New York, Freitag, 26. Juni 2009
Am Freitag schloss die Wall Street durchwachsen. Der Dow Jones endete die Börsenwoche bei 8.438. Das entsprach einem Rückgang von 0,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Trotz negativer Meldungen hält sich der Markt eigentlich wacker. Bald wird die Arbeitslosenquote zweistellig, darauf hat selbst der Präsident Barack Obama die Bevölkerung eingestimmt. Doch die Wall Street stört das kaum. Börsianer blicken nach vorne und sehen bereits den Aufschwung.
Die Banken waren mal wieder gefragt. Die Investmentbank Goldman Sachs durchbrach ein neues 2009er Kurshoch bei 147 Dollar und marschiert schnurstracks in Richtung 150 Dollar. In der nächsten Woche dürfte die wichtige Marke fallen.
Überall finden Sie hochinteressante Unternehmen, die weit unter Buchwert notieren. Selbst hochprofitable Firmen, die völlig unterbewertet sind, finde ich jeden Tag. US-Aktien sind aus europäischer Sicht ohnehin ein Schnäppchen. Für einen Euro kriegen Sie 1,40 Dollar – das ist exzellent. Durch den schwachen Dollar ist für Europäer alles so billig in den USA. Sollte die Abwertung des Dollars anhalten, rechne ich mit einer Übernahmewelle. Europäer oder Asiaten dürften dann zuschlagen über dem Atlantik.
Aber auch in Deutschland finde ich viele Value-Schnäppchen. Diese Wirtschaftskrise macht die Börse so spannend. Es gibt keine bessere Anlage, als nach dem dramatischen Kurssturz in Aktien zu investieren. Vor allem unter den kleinen börsennotierten Titeln sind viele Perlen. Etwa notiert der traditionsreiche Geschirrhersteller Villeroy & Boch weit unter Buchwert. Dabei ist der Keramikspezialist (aktuell 4,44 Euro) nach einem radikalen Restrukturierungsprogramm so stark wie nie zuvor aufgestellt. Die Internetagentur Syzygy (aktuell 3,63 Euro) notiert nur 30 Prozent über dem Buchwert, obwohl die Gesellschaft hochprofitabel ist. Syzygy hortet zudem 27 Millionen Euro Cash per Ende März. Der Börsenwert beträgt nur 43 Millionen Euro.
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Viele kleine Unternehmen notieren unter Buchwert
New York, Donnerstag, 25. Juni 2009
Heute ist der Dow Jones wieder richtig in Fahrt gekommen. Der Index kletterte um 172 Punkte auf 8.472. Am stärksten legte die Aktie von American Express mit einem Plus von 6,6 Prozent zu.
Ich bin froh über die gute Börsenstimmung. Vorgestern habe ich nämlich drei Value-Werte gekauft. Richtig ausgebombte Aktien. Sie liegen nahe um den Buchwert beziehungsweise notieren weit darunter.
Es ist so unglaublich: Sie finden derzeit so viele gute Unternehmen, die unter ihrem Buchwert notieren und trotzdem hochprofitabel sind. Solche Phasen werden nicht endlos fortbestehen. Nutzen sie also die Chance.
Ich finde insbesondere unter den kleinen Werten, den sogenannten Small Caps, exzellente Titel. Im Grunde würde ich gerne jeden Tag Aktien zukaufen. Leider reicht meine Asche dafür nicht. Wer sich ein wenig Zeit nimmt, der kann echte Hammer-Chancen aufspüren. Ich hab eine Aktie, die wirft eine hohe Dividende ab, notiert 60 Prozent unter Buchwert und ist profitabel. Allerdings fiel das erste Quartal wegen Restrukturierungsaufwendungen rot aus, das dürfte aber die Ausnahme bleiben. Dank radikaler Sparprogramme kommen die Firmen schnell zurück in die Profitzone. Mehr Infos gibt es in meinem Börsenbrief.
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Sparprogramm bei American Express: Karten werden neu gemischt
New York, Mittwoch, 24. Juni 2009
Nach der scharfen Kurskorrektur des Kreditkartenanbieters auf aktuell 22,93 Dollar lohnt sich ein genauer Blick: Amex gab kürzlich bekannt, 4.000 Mitarbeiter vor die Tür zu setzen. Das sind sechs Prozent der Belegschaft. Bereits im Oktober hatte Vorstandschef Kenneth Chenault den Abbau von 7.000 Stellen angekündigt. Mit dem Schnitt sollen 2,5 Milliarden Dollar eingespart werden. Es kann also nur besser werden.
In den 1980er Jahren glich der Kartengigant einem Finanzkonglomerat. Zum Portfolio zählte auch die Investmentbank Lehman Brothers. Doch trennte sich die Führungsspitze zügig von den Randaktivitäten und fokussierte sich auf das Geschäft mit den Plastikkarten für Firmen- und Privatkunden. Das war ein gutes Timing. Der Vorteil: Weder im Immobilienmarkt noch in andere toxische Papiere sind die New Yorker involviert. Dennoch kommt der Konzern nicht ungeschoren davon. Als nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers der Interbankenmarkt zusammenbrach, musste sich Chenault bei der US-Regierung ähnlich wie die anderen Großbanken Geld borgen. Er erhielt 3,4 Milliarden Dollar aus Washington. Beim Stresstest der Regierung soll Amex angeblich eine der stabilsten Banken gewesen sein.
Freilich leidet Amex unter der Krise. Kunden zücken seltener die Amex-Karte. Die Amis sparen mehr denn je – obwohl die meisten Kunden recht vermögend sind. Zudem kommen immer mehr Kunden mit ihren Rückzahlungen in Verzug. Kein Wunder, dass seit sechs Quartalen in Folge der Gewinn sinkt. Doch wird das umfangreiche Sparprogramm, das neben dem Personalabbau auch die Kürzung von Verwaltungs- und Marketingkosten beinhaltet, den Abwärtstrend stoppen.
Im vergangenen Jahr fiel der Überschuss von 4,0 auf 2,7 Milliarden Dollar. Bis Dezember kann der Gewinn durchaus auf eine Milliarde Dollar sinken. Im nächsten Jahr kann wieder dank der Konjunkturbelebung ein Profit von drei bis vier Milliarden Dollar drin sein. Beim aktuellen Börsenwert von knapp 26 Milliarden Dollar beträgt das Kursgewinnverhältnis demnach nur sieben. Das ist recht moderat. Ebenfalls ist die Dividendenrendite mit 3,1 Prozent attraktiv. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate halbierte sich der Kurs. Das scheint übertrieben. Größter Anteilseigener ist mit knapp 13 Prozent Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Buffett stieg 1964 ein, als sich der Kurs des Finanzdienstleisters nach einer internen Krise halbiert hatte. Es scheint, als ob wir eine ähnliche Krise haben, die bald überwunden sein dürfte.
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