Das griechische Drama setzt sich fort

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New York, Dienstag, 9. Februar 2010

Jetzt reißt Griechenland die weltweiten Börsen in den Abgrund. Am Montag durchbrach der Dow Jones die wichtige 10.000er Marke und landete rund 100 Punkte tiefer bei 9.908 Punkten. Dabei wird wohl das griechische Drama etwas überbewertet. Dieses kleine Land hat gerade einmal elf Millionen Einwohner. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner beträgt nur 28.000 Dollar.

Nehmen Sie nun Kalifornien: Der US-Bundesstaat ist bekanntlich ebenfalls pleite. Hier leben 36 Millionen Menschen, also mehr als drei Mal so viele. Jeder Bürger kommt in dem Sonnenstaat von Arnold Schwarzenegger auf eine Wirtschaftsleistung von im Schnitt 39.000 Dollar. Auch das ist eine wesentlich höhere Kennziffer. Insofern verstehe ich diese ganze Griechenland-Panik nicht. Der Euro fällt jeden Tag auf ein neues Tief gegenüber dem Dollar. Der Kursverfall dürfte sich fortsetzen.

Das Foto: Der Parthenon, gefunden auf Wikipedia von Onkel Tuca.

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Warum Warren Buffett Aktien der Münchener Rück kauft

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New York, Montag, 8. Februar 2010

Nun hat Warren Buffett für rund eine Milliarde Dollar in Aktien der Münchener Rück investiert. Sein Paket umfasst etwas mehr als drei Prozent des Grundkapitals. Glauben Sie nun aber nicht, dass Buffett die Münchener Rück übernehmen wird. Das kann er gar nicht, besitzt er doch den weltgrößten Rückversicherer General Re. Außerdem hält der Investor ein größeres Aktienpaket an der weltweiten Nummer zwei, der Swiss Re. Insofern ließe sich eine Übernahme der Münchner kaum gegenüber den Kartellbehörden durchsetzen. Es handelt sich bei dem jüngsten Zukauf eher um ein kleines Investment. Schon im Frühjahr 2008 hatte Buffett angefangen, Aktien der Münchener einzusammeln. Auch bei anderen Gesellschaften wie etwa bei ConocoPhillips zockt der Meister schon seit Jahren. Mal stockt er seinen Anteil auf, dann geht er wieder raus.

Nichtsdestotrotz sind die Münchner ein exzellentes Unternehmen. Beim aktuellen Kurs von 106,90 Euro beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) nur 8,8. Sprich nach knapp neun Jahren Haltedauer hätten Sie Ihr Investment (eine stabile Gewinnentwicklung unterstellt) mit der Aktie zurückverdient. Die Dividende bringt über fünf Prozent Rendite ein. Wo kriegen Sie das sonst noch im DAX? All das sind wirklich gute Kennzahlen.

Buffett weiß, warum er hier zugreift. Er kennt die Branche so gut wie seine Westentasche. Versicherungen rund um den Globus wie die Allianz, Colonia oder MetLife sind dazu verpflichtet, sich gegenüber ihren Risiken abzusichern. Je turbulenter die Finanzmärkte sind, desto mehr Absicherung ist nötig. Und je mehr unser Wetter verrückt spielt (Hurrikans, Überschwemmungen etc.), desto mehr Absicherungsgeschäfte werden nötig. All das passiert zum Wohl der Rückversicherer, die dank der starken Nachfrage die Preise erhöhen können.

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Dow Jones verteidigt die 10.000er Marke, Blankfeins Bonus

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New York, Sonntag, 7. Februar 2010

Am Freitag stand der Dow Jones abermals unter Feuer. Die Sorgen um den europäischen Patienten Griechenland nahm weiter zu. Es schien, als ob der dritte Tag in Folge die Börsensitzung mit einem dicken Minus enden würde. Doch kurz vor dem Ende des Handels drehte der Dow Jones wie von Geisterhand ins Plus und schloss 10 Punkte höher bei 10.012 Zählern.

Vor allem freuten sich die Börsianer über die von 10,0 auf 9,7 Prozent gesunkene Arbeitslosenquote im Januar. Mehr Infos finden Sie in der „New York Times“ vom Wochenende. Bleibt zu hoffen, dass sich die Quote weiter bessert.

Nun ist der viel diskutierte Bonus von Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein mit neun Millionen Dollar bekannt gegeben worden. Damit rangiert der häufig kritisierte Blankfein im Mittelfeld. Goldman hat wohl mit der Bekanntgabe gewartet, bis die Details des Konkurrenten J.P. Morgan Chase publik wurden. Denn deren Lenker Jamie Dimon verdiente alles in allem 17,6 Millionen Dollar voriges Jahr. Die Bezüge halten sich in Grenzen – auch wenn sie optisch hoch erscheinen, denn in den Vorjahren wurde wesentlich mehr Geld verteilt. Die Grafik entstammt der „New York Times“ vom Samstag. Den Artikel hierzu finden Sie hier.

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Die Zauberformel zum Reichtum

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New York, Samstag, 6. Februar 2010

In den USA leben jede Menge Millionäre. Es sind acht bis zwölf Millionen – je nachdem, welche Statistik Sie zugrunde legen. Von all diesen vermögenden Menschen haben es neun von zehn Fällen aus dem Nichts zu ihrem Reichtum gebracht. Der amerikanische Durchschnittsmillionär braucht 17 Jahre zur ersten Million. Sie leben ein sehr einfaches Leben, verzichten auf Luxus, sind äußerst sparsam. Sie arbeiten viel, haben alles andere als ein Traumleben. Es sind eben nicht die Hollywood-Stars, die Sänger oder Hedgefondsmanager die klassischen Reichen in den USA – nein, es sind ganz normale Menschen, die ihre Ausgaben massiv reduziert haben. Sie fahren alte Autos, tragen alte Kleidung und legen keinen großen Wert auf teure Partys oder edle Restaurants.

Das Buch „The Millionaire Next Door“ ist wirklich lesenswert. Die Autoren suchten vermögende Amerikaner auf, interviewten sie. Es ging ihnen darum, herauszufinden, welche Strategie diese Menschen verfolgen und wie sie es zu ihrem Vermögen gebracht haben. Es ist ein simples Konzept: Sparen und hart arbeiten.

In den USA spielen Immobilien eine große Rolle im "American Dream". Daher ist die Eigentumsquote höher als im Vergleich zu anderen Ländern wie etwa Deutschland. Es gibt aber geteilte Meinungen darüber, ob Wohneigentum wirklich ein gutes Instrument ist, um ein Vermögen zu schaffen. Was viele übersehen, die nur einen kleinen Eigenkapitalanteil einsetzen: Sie zahlen eine gigantische Summe an Zinsen. Locker kann bei einer 30-jährigen Hypothek (abhängig vom Zinsniveau) das zwei- oder gar dreifache des Hauspreises über all die Jahre gezahlt werden. Wahnsinn. Sie hätten das Haus zwei- oder dreimal kaufen können.


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Dow Jones sinkt auf 10.000 Punkte

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New York, Freitag, 5. Februar 2010

Am Donnerstag haben die Börsen rund um den Globus kräftig verloren. Der Dow Jones sank um 2,6 Prozent und landete mit Ach und Krach gerade noch über der 10.000er Marke. Die Kurse sind günstig. Ich würde auf diesem Niveau kaufen. Es kann freilich gut sein, dass die Korrektur weiter geht und wir 1.000 Punkte oder sogar mehr verlieren können im Dow Jones. Aber als Langfristinvestor lässt einen das kalt.

Selbst wenn das Börsenbarometer eines Tages die alte Bestmarke bei rund 14.000 überwinden sollte, würde ich Aktien kaufen. Denn die Kurse erklimmen langfristig immer neue Höhen.

Zu einer regelrechten Verkaufswelle kam es beim Euro. Der Dollar zeigt sich seit Tagen bärenstark. Die Sorge ist groß, dass die Griechenland-Pleite um sich greifen kann. Im schlimmsten Fall geraten weitere Länder in der Euro-Zone in eine brisante Schuldenfalle.


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Hausbauer D.R. Horton und Druckprofi Lexmark legen zu

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New York, Donnerstag, 4. Februar 2010

Mal wieder ein durchwachsener Tag an der Wall Street. Der Dow Jones Index schließt 0,3 Prozent niedriger bei 10.270 Punkten. Mit einem satten Plus schnitten Walt Disney, McDonalds und Wal-Mart ab. Darin spiegelt sich die Suche nach Stabilität wider. Denn Lebensmittel brauchen die Bürger auch in der schlimmsten Krise. Investoren sind nervös, dass nach dem starken Anstieg der Börsen im vorigen Jahr nun ein Dämpfer folgen könnte.

Die Hausbauunternehmen schneiden seit einigen Tagen exzellent ab. Allen voran D.R. Horton. Der Kurs zog erneut leicht an und schloss bei 13,25 Dollar. Schon am Dienstag machte der Titel einen Satz um elf Prozent auf 13,21 Dollar. Im ersten Quartal hatte das Bauunternehmen einen Profit zur Überraschung aller gemeldet. Freilich kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Die Arbeitslosenquote ist mit zehn Prozent brisant. Es gibt nach wie vor zu viele Häuser, die in der Zwangsversteigerung landen. Und das mächtige Überangebot an neuen Häusern besteht fort. Aber es gibt auch positive Zeichen: So sank die Eigenheimquote der Amerikaner auf ein neues Zwischentief von 67,2 Prozent. Bei Reuters finden Sie mehr Infos zum Immobilienmarkt.

Wie schätze ich nun D.R. Horton ein? Der Börsenwert beträgt 4,2 Milliarden Dollar. Damit wird die Gesellschaft mit dem 1,1-fachen Umsatz (KUV) und dem 1,8-fachen Buchwert (KBV) taxiert. Das Papier ist nicht teuer, allerdings auch kein Schnäppchen. Es gibt bessere Aktien. Zumal, wenn Sie darüber hinaus die Nettokreditlast von 1,3 Milliarden Dollar berücksichtigen.

Gut gefällt mir dagegen Lexmark. Der Druckerhersteller hat sein Ergebnis mehr als verdreifacht im vierten Quartal. Am Dienstag stieg der Kurs bereits um zwölf Prozent auf 30,01 Dollar. Am Mittwoch setzte sich der Anstieg mit sieben Prozent auf 32,26 Dollar fort. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) liegt hier bei nur 0,6. Günstig! Es gibt keine Finanzschulden. Stattdessen schlummert eine halbe Milliarde Dollar in der Kasse. Dem Börsenwert von 2,5 Milliarden steht ein Umsatz von zuletzt 3,9 Milliarden Dollar gegenüber. Rote Zahlen wurden selbst während der Wirtschaftskrise nicht auf Quartalsbasis geschrieben.


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Barnes & Noble, Borders: Kampf um die Herrschaft über die Bücher

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New York, Mittwoch, 3. Februar 2010

Die zwei Buchhändler Barnes & Noble und Borders Group kämpfen ums Überleben. Besonders scheint Borders in der Bredouille zu stecken. Denn es wird am 1. April (kein Aprilscherz) ein Kredit in Höhe von 42,5 Millionen Dollar fällig. Börsianer zweifeln, ob der Händler das Darlehen zurückzahlen oder refinanzieren kann. Der Kurs ist unter die magische 1-Dollar-Marke gefallen. Ein weiteres Alarmzeichen ist, dass der Borders-Chef zurückgetreten ist. Borders ist nur noch 56 Millionen Dollar (akt. Kurs 94 Cent) an der Börse wert trotz eines Jahresumsatzes von 3,2 Milliarden Dollar.

Dagegen scheint die Lage bei Barnes & Noble noch recht solide zu sein. Der Börsenwert kommt immerhin auf gut einer Milliarde Dollar (aktueller Kurs 19,25 Dollar). Interessant ist nun, dass eine Übernahmeschlacht um Barnes & Noble entbrannt ist. So will der Investor Ronald Burkle seinen Anteil von bislang 19 auf nun 37 Prozent erhöhen. Als die geplante Anteilsaufstockung am Montag publik wurde, explodierte der Barnes & Noble-Kurs um 18 Prozent. Der Milliardär Burkle will mit aller Gewalt Aktien einsammeln. Seine Investmentfirma Yucaipa meldete die Absichten an die Börse und per Brief an den Aufsichtsrat. Die Gründerfamilie Riggio hält 37 Prozent des Grundkapitals und hat eine Giftpille hinterlegt, um sich vor anderen Aktionären zu schützen. Mehr als 20 Prozent soll kein anderer Anteilseigner halten dürfen, so die Regelung der Riggios. Burkle will sich dagegen zur Wehr setzen. Er bezeichnet die Abwehrmaßnahme als unfair.

Ich glaube, dass Burkle schnell seinen Bestand ausbauen will, bevor der Erzrivale Borders die Tore schließt. Denn dann dürften die Marktanteile des Konkurrenten zum Großteil auf Barnes & Noble entfallen. Wobei Sie auch berücksichtigen müssen, dass das traditionelle Buchgeschäft unter Druck gerät durch die neue E-Book-Readers von Amazon.com. Anderen Firmen wie Google oder Apple arbeiten ebenfalls intensiv an neuen e-Readers. Burkle hält trotz der elektronischen Buchlesegeräte Barnes & Noble für unterbewertet. Nun müssen Sie zum Börsenwert von rund einer Milliarde noch 300 Millionen Dollar Finanzschulden addieren. So ergibt sich ein Enterprise Value von 1,3 Milliarden Dollar. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) ist in der Tat mit 0,2 günstig. Sprich für einen Dollar Umsatz müssen Sie nur 20 Cent als Aktionär hinblättern. Ebenfalls ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von 1,1 billig. Mit anderen Worten billigt die Wall Street nur zehn Prozent mehr als das reine Eigenkapital dem Unternehmen zu. Mit 15 erscheint mir jedoch das Gewinnvielfache (KGV) zu teuer.

Wenn Sie mich fragen: Ich würde keines der beiden Papiere derzeit kaufen. Es ist einfach zu unsicher. Und der Markt scheint langfristig unter Druck zu stehen. Vielleicht fusionieren ja auch beide Konkurrenten. Ob das langfristig hilft, die Dauerkrise durchzustehen, ist fraglich. Bei Borders ist der größte Aktionär die Investmentfirma Pershing Square Capital Management mit 17,7 Prozent. Hinter dem Investor verbirgt sich William Ackman. Ackman hält große Stücke auf den Einzelhändler Target. Außerdem ist er bei McDonalds, Wendys und Ceridian engagiert. Übrigens spendet Milliardär Ackman bereitwillig für wohltätige Zwecke. Heute veranstaltet er beispielsweise mit befreundeten Hedgefondsmanagern und Milliardären eine Vortragsreihe in Manhattan. Die günstigste Eintrittskarte kostet 1.000 Dollar. Der Erlös geht an eine Kinderstiftung. Falls Sie sich für das Meeting der Superreichen interessieren, hier ist der Link. Mehr zum Kampf um die Herrschaft über die Bücher finden Sie in der Dienstagsausgabe des „Wall Street Journals“.

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Wir machen alle Fehler an der Börse

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New York, Dienstag, 2. Februar 2010

Glauben Sie nicht, dass Investorenlegenden keine Fehler machen. Ob Warren Buffett, Bill Gates oder der Ölmilliardär T. Boone Pickens – sie alle greifen hin und wieder ins Klo. Nehmen Sie den Investmentbanker George Soros. Trotz seines Ruhmes verbrennt sich Soros erstaunlich oft die Finger. So stockte er seinen Anteil an Lehman Brothers bis kurz vor der Pleite auf 9,5 Millionen Aktien auf. Er zahlte für die Aktie der New Yorker Investmentbank zwischen 22 und 37 Dollar, kurz darauf war das Papier nur noch Pennys wert. Das sollte Sie jetzt aufbauen! Denn wir alle machen Fehler. Welche Transaktionen die Superreichen gerade durchführen, können Sie übrigens gut auf der Website Stockpickr.com verfolgen.

Ich machte das Foto oben von der Lehman Hauptzentrale nahe des Times Squares Anfang September 2008 - kurz nach der Pleite der Investmentbank. Rechts auf dem Foto sehen Sie die Absperrgitter für die Übertragungswagen der Medien aus aller Welt. Da waren die Soros-Millionen schon verbrannt.

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Wohnungskauf in New York: Manhattan oder Brooklyn? Neu oder alt?

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New York, Montag, 1. Februar 2010

In der Sonntagsausgabe der „New York Times“ ist ein interessanter Immobilien-Artikel über Schnäppchenjäger. Der Bericht fokussiert sich auf neue Gebäude. Reihenweise wurden im Stadtteil Brooklyn Projekte hochgezogen, als der Markt noch boomte. Doch nun haben die Entwickler Schwierigkeiten ihre Apartments wie geplant an den Mann zu bringen. Wenn die Appartements nicht zügig verkauft werden, gehen die Entwickler pleite. Brooklyn war ein besonders heißes Pflaster für Neubauten. Die Grundstücke und damit auch die Wohnungen sind dort erschwinglicher gegenüber Manhattan. Zwar trennt der „East River“ die beiden Stadtteile. Doch es bieten sich viele Vorteile. So haben Sie von Brooklyn aus einen schönen Blick auf die Skyline Manhattans. Und es ist viel ruhiger dort. Sie haben weniger Verkehr und kaum Touristen. Im Schnitt kostet ein neues Apartment in Manhattan 1,19 Millionen Dollar. Ende 2008 waren es noch 1,54 Millionen Dollar. Der Preis ist also um 23 Prozent gefallen. In Brooklyn bekommen Sie dagegen eine nagelneue Wohnung für 585.000 Dollar. Hier sank das Preisniveau nur um sieben Prozent von 630.000 Dollar vor Jahresfrist.

Eines der bekanntesten Projekte in Brooklyn, das gescheitert ist, ist „Warehouse 11“. Nur 30 Prozent der 120 Appartements wurden im Jahr 2007 verkauft. Dann zog die Bank „Capital One“ den Stecker. Nach der Pleite versucht die Bank nun den Neustart. Capital One verzichtet auf einen Teil des Kredits. Jetzt will die Bank lediglich 30 statt zuvor 50 Millionen Dollar des Kredits zurück haben. Die billigen Wohnungspreise scheinen auf Gegenliebe zu stoßen: 60 Verträge wurden in nur zwei Wochen unterzeichnet – freilich zu weitaus günstigeren Konditionen. So sank der Quadratmeterpreis gegenüber 2007 um 30 Prozent.

Ich persönlich würde ein Objekt in Manhattan vorziehen. Außerdem interessieren mich alte Gebäude mehr, selbst wenn sie vor dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurden. Denn dann weiß ich zumindest, dass die Substanz gut ist. Neue Gebäude können sich schnell als Fass ohne Boden herausstellen – wenn Bauschäden vorhanden sind. Bei alten Häusern sind Bauschäden sichtbar und damit vermeidbar. Ein weiteres Problem mit neuen Häusern ist: Was passiert, wenn nicht alle Wohnungen verkauft werden? Dann müssen alle Eigentümer die Nebenkosten unter sich aufteilen, sprich auch für die unverkäuflichen Wohnungen ebenfalls zahlen. Das kann ein teurer Spaß werden.

Zurück nach Manhattan: Mein heutiges Foto zeigt Ihnen die zwei gläsernen Türme des Time Warner Hochhauses. Im Keller des Komplexes befindet sich übrigens ein „Whole Foods" Supermarkt. Hier können Sie leckere Salate an einem Buffet zusammenstellen. Auf meinem Foto von heute sehen Sie außerdem den Columbus Circle mit seinem Kreisverkehr.

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Heute auf dem Dach des New York Athletic Clubs

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New York, Sonntag, 31. Januar 2010

Eiskalt, aber sonnig war es heute in Manhattan. Zum Brunch traf ich Freunde im "New York Athletic Club". Im Sommer ist es hier besonders schön auf der Dachterasse. Sie bietet einen herrlichen Blick auf den Central Park. Sehen Sie mein heutiges Foto.

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