Las Vegas: Die Stadt der Sünden bietet drei Casino-Aktien

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New York, Dienstag, 9. März 2010

Las Vegas ist eine Reise wert. In dem Wüstenparadies gibt es die drei großen börsennotierten Casinobetreiber: Das Wynn Resorts, Las Vegas Sands und MGM Mirage. Alle drei Aktien haben ihren Charme. Natürlich hat die Weltwirtschaftskrise die Glückspielmetropole hart getroffen, alle leiden. Zumal während des Hausbooms besonders Las Vegas mit den billigen Krediten wie verrückt zugepflastert wurde. Es entstanden zu viele Hotelkapazitäten, die jetzt keiner haben will. Doch die Stadt wird sich wieder erholen. Das Wynn Resorts hat die geringste Schuldenlast der drei Anbieter und wird gestärkt aus der Krise hervorgehen - selbst wenn Stephen Wynn gegenüber den Medien ein düsteres Bild zeichnet. Das Las Vegas Sands profitiert von seinem IPO in Macao. Und MGM ist von allen der schwächste Spieler. Das Management hat die Bilanz mit einem Schuldenberg von über zwölf Milliarden Dollar überfrachtet. Doch auch hier kann ein Weg aus der Miesere gefunden werden. Mehr Infos zu den drei Spiele-Aktien finden Sie in meinem Artikel, den ich für die „Euro am Sonntag“ schrieb. Sie sehen mein Foto vom Wynn-Hotel, direkt daneben ragt das neue Encore-Hotel in den Himmel, das ebenfalls zu Stephen Wynns-Imperium zählt.

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Wie geht es weiter an der Börse. Das ist meine Anlagestrategie

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New York, Sonntag, 7. März 2010

Diese Krise war gewaltig. Noch immer sitzt den Menschen der Schreck in den Knochen. Noch immer ist die Angst groß vor Jobverlust, Privatinsolvenz oder dem Verlust des Hauses oder der Wohnung. Diese Sorgen haben viele. Schließlich handelte es sich um eine Weltwirtschaftskrise, die wir gerade durchgemacht haben. Doch langsam, aber sicher erholt sich die Wirtschaft. Und selbst die Börse kommt allmählich in Schwung. Der Dow Jones schloss am Freitag bei 10.566 Punkten mit einem schönen Tagesplus von 1,1 Prozent. Seit vielen Monaten war der Jobverlust in den USA nicht so niedrig wie im Februar mit 36.000 Stellen. Experten hatten mit einem deutlich höheren Arbeitsplatzabbau gerechnet, zumal der Winter bitterkalt war. Der Chart (entnommen von Comdirect.de) zeigt den dramatschen Verlauf des Dow Jones.

Ich glaube, dass wir jetzt vor einem Riesenboom stehen. Wachstumslokomotiven wie China, Indien oder Brasilien bringen die Weltwirtschaft voran. Die Auslese in der alten Welt war gesund. Und nun kann es aufwärts gehen. Der Dow Jones wird in einem, zwei oder zweieinhalb Jahren ein neues Allzeithoch bei mehr als 15.000 Punkten ausbilden. Die besorgniserregende Arbeitslosigkeit (9,7 Prozent in den USA) wird sinken. Alles wird gut. Lassen Sie nur die Selbstheilungskräfte der Märkte wirken. Unsere Volkswirtschaft wird weiter wachsen. Ständig werden neue Entdeckungen gemacht, Krankheiten geheilt. Kurzum: Das Leben wird stetig besser.

Was also tun? Ich würde dieses Gerede um den Weltuntergang und den Kollaps der Weltwirtschaft einfach vergessen. Je mehr Geheule Sie hören, desto besser ist die Zeit, um Aktien zu kaufen. Seit mehr als 100 Jahren bildet der Dow Jones immer neue Bestmarken aus. Warum soll es diesmal anders sein? Freilich gibt es immer wieder Rücksetzer. Und die können auch mal heftig und gnadenlos ausfallen. Doch gerade in solchen Situationen bieten sich herrliche Gelegenheiten. Ich würde mein Depot so aufstellen: Zu 70 Prozent würde ich es mit Standardwerten bestücken. Mit starken, profitablen Marktführern. Mit Werten, die nette Dividenden ausschütten. Und den Rest des Portfolios würde ich mit Nebenwerten auffüllen. Da kann auch mal ein Pennystock darunter sein: Wenn es Ihnen Spaß macht, warum denn nicht.

Ich würde die Branchen breit mischen. Legen Sie sich beispielsweise ein Unternehmen aus dem Bereich Pharma, Lebensmittel, IT und Infrastruktur ins Nest. Je breiter die Mischung, desto besser. Aber verzetteln Sie sich nicht. Haben Sie zu viele Werte im Portfolio, können Sie schnell den Überblick verlieren. Wenn Sie im Laufe der Jahre freien Zugang zu neuem Cash haben, dann kaufen Sie von ihren bisherigen Positionen einfach weitere Papiere dazu. In Krisen werden die größten Vermögen geschaffen. Man muss nur den Mut haben. Wenn der Markt ein neues Rekordhoch erreicht hat, dann sind wieder alle fleißig am Aktienkaufen. Die Kunst besteht darin, vorher aktiv zu werden. Ich hoffe, ich konnte Ihnen meine Strategie gut verklickern.

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Suze Orman: Die Finanzberaterin der Nation

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New York, Samstag, 6. März 2010

Kennen Sie eigentlich Suze Orman? Die 58-jährige (Foto: Wikipedia) ist die Schuldenberaterin der Nation. Forbes kürte sie voriges Jahr zu einer der einflussreichsten Frauen im Fernsehen. Die Moderatorin gibt den Amerikanern bei ihren Finanzen Ratschläge. In ihrer Show rufen Bürger an, schildern ihre Finanzverhältnisse. Vom Einkommen über das Haus, die Hypothek und Ersparnisse bis hin zu den Krediten.

Dann gibt ihnen Orman Tipps, was sie besser machen können. Die Nation hat diesen Rat bitter nötig. Jahrzehnte lang lebte das Land über seine Verhältnisse. Die Sparrate betrug Null Prozent. Konsumieren auf Pump, war angesagt. Autos, Häuser, Urlaube, selbst den Lebensmitteleinkauf finanzieren die Bürger hier gerne über ihre Kreditkarte. Während in Europa die Ausgaben auf dem Kreditkartenkonto am Monatsende ausgeglichen werden, schleppen die Amerikaner gerne Kreditlasten jahrelang mit sich herum. Dabei sind die Zinslasten horrend. 10, 20, ja bis zu 30 Prozent zahlt hier manch einer. Es kommen die Hypotheken und die teuren Häuser hinzu.

Der TV-Star sagt den Menschen ständig, dass ein Leben auf Pump keinen Sinn macht. Ihr Ratschlag für die Wichtigkeit der Dinge im Leben sind: „Erstens Menschen. Zweitens Geld. Drittens Sachen.“ Damit meint die Anlageberaterin, dass Freundschaften im Leben am wichtigsten sind. Beziehungen sind ihr also heilig, sie sind wichtiger als Geld. Auf dem zweiten Rang folgt ihrer Meinung nach das Geld. Sie empfiehlt, daher eisern zu sparen. Sie schmiert sich zuhause Brote und nimmt sie ins Büro mit, um ein paar Dollar zu sparen. Geld sei viel mehr Wert als Dinge. Und drittens spielen Sachen wie Autos, Kleidung, neue Möbel oder TV-Geräte eine Rolle. Mit anderen Worten: Dinge machen einen nicht wirklich glücklich oder unabhängig.

Seit der Krise hat sich das Verhalten der Amerikaner schlagartig geändert. Die Sparrate explodierte von Null Prozent auf über vier Prozent. Kreditkarten kommen zunehmend aus der Mode. Sparen ist in. Menschen vergessen allzu oft, dass sie für ihre Kredite sauteure Zinszahlungen leisten müssen. Wer auf Teufel komm raus konsumiert, ohne die nötige Asche zu haben, läuft Gefahr, pleite zu gehen. Selbst American Express musste Ende vorigen Jahres mehr als sieben Prozent des Kreditportfolios abschreiben. Dabei war die New Yorker Kreditkartenfirma einst auf die reiche Oberschicht fokussiert. Es knirscht und kracht überall im Gebälk.

Orman wuchs in armen Verhältnissen auf. Sie schrieb zahlreiche New-York-Times-Bestseller. Sie lebt im New Yorker Plaza Hotel am Central Park, besitzt dort eine Eigentumswohnung. Sie soll angeblich zehnfache Dollarmillionärin sein, auf CNBC gestaltet sie die “The Suze Orman Show“. Die Sendung sehe ich mir immer wieder ganz gerne an. Gerade feierte ihre Show achtjähriges Bestehen.

Unten können Sie eine Parodie sehen, in der Suze Orman sich selbst spielt. Der Anrufer ist Marc Zuckerberg, der Gründer von Facebook. Seine Frage an Orman: Kann ich Twitter für 1,5 Milliarden Dollar kaufen? Sie sagt: Nein. Und begründet das damit, dass er noch nicht einmal einen Studienabschluss hat und auch sein Job unsicher ist.


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Zinseszinseffekt: Buy-and-Hold zahlt sich aus! Ein Beispielfall

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New York, Freitag, 5. März 2010

Die unglaubliche Geschichte einer alten Dame geistert durch die US-Medien. Es handelt sich um Grace Groner. Sie starb im Januar im Alter von 100 Jahren. Sie lebte in einem alten kleinen Haus in Lake Forest, war sparsam ohne Ende. Sie besaß kein Auto, erledigte alles zu Fuß. Der Direktor der dortigen Hochschule wusste, dass das Vermögen der alten Dame nach ihrem Tod dem College zugute kommen soll, sie sagte es ihm schon vor Jahren zu. Jetzt wurde das Testament vollstreckt. Der Direktor ist völlig überrascht: „Oh, mein Gott“, soll er gesagt haben, nachdem er erfuhr, dass der Nachlass sich auf sieben Millionen Dollar beläuft. Der Grund: Während der Großen Depression im Jahr 1935 hatte die Dame für 180 Dollar Aktien von Abbott Laboratories gekauft. Ganze drei Aktien. Sie hat die Aktien nie verkauft. Zig Aktiensplits wurden in den 75 Jahren vollzogen. Und die Dividenden reinvestierte Groner stets brav über einen sogenannten Dividend-Reinvestmentplan. Der Zinseszinseffekt trieb das Depot auf immer neue Höhen. Dank des Nachlasses sollen nun die Studenten von einem Austauschprogramm profitieren. Pro Jahr soll das Geld einen Zins von 300.000 Dollar abwerfen, das an die Studenten gehen soll. Schon zu Lebzeiten spendete die Dame dem College jede Menge Geld.

Sie sehen an dem Fall, dass die Buy-and-Hold-Strategie ein Erfolgsgeheimnis ist. Warren Buffett folgt im Grunde genau dieser Strategie. Seine Kerninvestments hat er nie verkauft – und er wird sie auch nie verkaufen. Ordern und liegen lassen! Jedoch muss es sich bei einer solchen Vorgehensweise um ein gesundes und hochwertiges Unternehmen handeln. Etwa können Sie für eine solche Strategie die besten Dividendenpapiere kaufen. Der Ölgigant Chevron zahlt seit 1912 ununterbrochen eine Dividende, der Erzrivale Exxon Mobil schüttet gar seit 1882 ohne Pause Dividenden aus. Mein Freund Werner Rehmet hat über die besten Dividendenpapiere eine kleine empfehlenswerte Studie geschrieben. Hier können Sie sich ein kleines Video über die Dame auf Youtube anschauen. Es ist sehenswert!

Anmerkung von Werner W. Rehmet    geschrieben 08.03.2010      Website www.mydividends.de
Tolles Beispiel für eine erfolgreiche Dividendenstrategie! Abbott Laboratories zahlt seit dem Jahr 1924 ununterbrochen eine Dividende. Danke für den Bericht.

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New York: Sex, Lügen und Video

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New York, Freitag, 5. März 2010

Ich habe vor vielen Jahren ein Praktikum im Senat von Indiana gemacht. Ich half in Indianapolis den Senatoren der Republikanischen Partei. Es war eine interessante Zeit. Mir fiel der Druck auf, unter dem die Senatoren stehen. Jede Menge Besucher strömten in das Parlament: Bürger, Schüler, Freunde der Senatoren und natürlich viele Lobbyisten. Jeder hatte seine Probleme, seine Wünsche, seinen Rat abgeladen. Trotz des ganzen Trubels verlief aber letztendlich alles in geordneten Bahnen. Was in New York dagegen derzeit vor sich geht, ist eine Schlammschlacht sondergleichen. Der blinde Gouverneur David Paterson (Foto: David Shankbone, Wikipedia) ist scheinbar in einen Skandal verwickelt. Zunächst geisterte durch die Presse, dass er verschiedene Affären hatte. Paterson stritt das entschieden ab und sagte, man wolle ihn durch den Schmutz ziehen. Alles Lügen? Jetzt kam heraus, dass er in einem Gerichtsverfahren offenbar Einfluss nahm, um sich selbst aus dem Kritikfeld der Öffentlichkeit zu ziehen. Es ist ein komplizierter Fall, eine Räuberpistole - zu umfangreich, um hier alles zu schildern. Wen es interessiert, der kann den Hintergrund in der aktuellen Ausgabe der "New York Times" nachlesen.

Wie es scheint, tritt der erste schwarze New Yorker Landesvater also wegen des Justiz-Skandals ab. Zudem soll er unter Eid eine falsche Aussage gemacht haben in einem anderen Fall. Der Druck ist so groß geworden, dass der New Yorker Staatsanwalt Andrew Cuomo Ermittlungen gegen Paterson aufgenommen hat. Paterson wiederum hat einen prominenten Rechtsanwalt eingeschaltet, der schon Eliot Spitzer aus seinem Prostituierten-Skandal strafrechtlich aus der Patsche half. Die Tage von David Paterson im Amt scheinen wohl gezählt. Zahlreiche Gefolgsleute haben ihre Ämter bereits aufgegeben. Paterson steht alleine da.

Vorgänger Eliot Spitzer trat zurück, nachdem bekannt wurde, dass sich der Landesvater mit Edel-Prostituierten vergnügte. Bei einem verbotenen Ring hatte er die jungen, bildhübschen Frauen gegen hohe Geldbeträge gebucht. Spitzer war übrigens zuvor der Generalstaatsanwalt in New York. Im Central Park sehe ich ihn als am Wochenende beim Sparziergang. Nun hat erneut der Generalstaatsanwalt, diesmal ist es Andrew Cuomo, gute Chancen Gouverneur zu werden.


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Facebook schiebt Börsengang auf

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New York, Donnerstag, 4. März 2010

Ich möchte mich noch einmal bei allen herzlich bedanken, die mich bei dem Wettbewerb „Finance Blog of the Year 2010“ unterstützt haben. Ein Dank geht an alle Nominierten, Beteiligten und die Kreditplattform smava. Ich habe mich sehr über die vielen eMails und Anrufe gefreut. Ein großes Lob geht natürlich an meinen Webdesigner Dieter Flemming in Stuttgart, der diese Seite gestaltet und begleitet hat. Für alle, die noch nicht abgestimmt haben, hier geht es zur Stimmabgabe. Am kommenden Sonntag endet der Wettbewerb.

Heute widmete das „Wall Street Journal“ Facebook-Chef Mark Zuckerberg einen riesigen Artikel auf der ersten Seite. Es bestehe bei dem Internetportal keine Eile, an die Börse zu gehen, verkündete die Zeitung. Der 25-jährige Gründer wolle die Firma ungestört von der Wall Street steuern. Sie müssen wissen, dass das „Wall Street Journal“ zum Imperium des Rupert Murdoch beziehungsweise seiner News Corp gehört. Und Murdoch besitzt den Konkurrenten MySpace.com. Während MySpace kaum noch wächst und eher zu einer Plattform für Bands und schräge Musik verkommen ist, explodiert die Nachfrage bei Facebook. Im Januar stieg die Zahl der Unique Visitor (Seitenaufrufe) von 236 auf 471 Millionen. Die Seitenaufrufe auf Myspace sank in der gleichen Zeit von 129 auf 119 Millionen.

Insofern ist der Artikel über die IPO-Absage kein Wunder. Zuckerberg braucht angesichts des Ansturms gar nicht das Geld der Börse. Er bekommt jede Menge Cash durch Deals mit den Großkonzernen. So zahlte, halten Sie sich fest, Microsoft für einen Anteil von nur 1,6 Prozent 240 Millionen Dollar. Die Transaktion bewertete die Internetplattform mit 15 Milliarden Dollar. Der russische Investor Digital Sky Technology zahlte 300 Millionen Dollar für einen Anteil von 3,5 Prozent. Zuckerberg sind 30 Prozent der Anteile zuzurechnen, er ist der jüngste Milliardär weltweit. Er lebt trotz seiner geschätzten zwei Milliarden Dollar Privatvermögen in einem recht einfachen Haus in San Francisco. Zur Arbeit läuft er. Seine Badelatschen, die er immer gerne trug, hat er zuletzt gegen ein ordentliches Schuhwerk eingetauscht. Auch sehen die Mitarbeiter den einstigen T-Shirt-Fan immer häufiger im Hemd und Krawatte zur Arbeit kommen. In Deutschland sind ebenfalls die sozialen Netzwerke wie Wer-kennt-Wen.de (RTL) oder StudiVz wie verrückt gewachsen.

Da die Seiten alle kostenlos betrieben werden, müssen die Portale mit Werbung Kohle machen. MySpace landete beispielsweise einen Megadeal im Umfang von 900 Millionen Dollar mit Google. Die Suchmaschine darf nun Werbung auf der Plattform platzieren. Angesichts all der privaten Daten sind die sozialen Netzwerke eine Goldgrube, denn die Werbetreibenden haben äußerst detaillierte Angaben über die Menschen. Vom Alter über den Wohnort und Hobbys bis hin zu den Freunden. Zuckerberg soll angeblich schon Übernahmeangebote von zehn Milliarden Dollar (und sogar mehr) von Microsoft abgelehnt haben.

Übrigens wird bei den Seitenabrufen im Internet oft mit allerlei fragwürdigen Zahlen hantiert. Jeder, der eine Website hat, weiß, dass man über Internetdiensteister wie Strato oder 1 & 1 detaillierte Besucherzahlen abrufen kann. Doch nehmen solche Datenbanken gerne automatische Suchmaschinenabfragen oder doppelte Abfragen auf. Mit anderen Worten: Die Seitenaufrufe erscheinen oft viel größer, als sie in Wirklichkeit sind. Es gibt jedoch Dienstleister wie die Google-Tochter AdSense, die gute Arbeit durch Bereinigungen leisten und „echte Besucherzahlen“ auswerfen. Google zählt beispielsweise nicht automatische Softwareprogramme, die lediglich über Websites jagen. Mehrfache Besuche der gleichen Person werden ebenfalls bereinigt.

Um also Seitenbetreibern mit wunderbaren Abruf-Zahlen nicht auf den Leim zu gehen, rate ich zur Vorsicht. Amüsant fand ich die Diskussion über den kleinen HeddesheimBlog - das Dorf mit seinen 11.000 Einwohnern liegt in der Nähe von Mannheim. Der Blogger hantiert mit riesigen Zahlen ("Fast eine Million Seitenzugriffe im Februar"), die einfach nicht passen können. Mehr zu der Diskussion über das "Klickwunder von Heddesheim" finden Sie hier.

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DVD-Verleiher Blockbuster bald pleite? Pizzaboom bei Dominos

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New York, Dienstag, 2. März 2010

Immer tiefer fällt die Blockbuster-Aktie. Schon bei lausigen 30 Cent notiert das Papierchen. Der Börsenwert winzige 59 Millionen Dollar. Dabei spielte der Video-Verleiher zuletzt rund fünf Milliarden Dollar Umsatz ein. Doch wackelt die Bilanz. Die Video-Kette ist hochgradig verschuldet mit rund einer Milliarde Dollar. Der Verlust türmte sich im vergangenen Jahr auf 558 Millionen Dollar. Als der Vorstand die tiefroten Zahlen vergangene Woche bekannt gab, kollabierte der Kurs. Es gibt nur noch wenig Hoffnung. Filmriss!

Dagegen brummt es bei den Pizzabäckern. Die Aktie von Dominos Pizza legte am Dienstag abermals um fünf Prozent auf 13,39 Dollar zu. Ständig bildet der Chart neue Zwischenhochs aus. Freilich ist der einstige Spitzenkurs von mehr als 33 Dollar (drei Jahre ist es her) noch in weiter Ferne. Domino hat den Gewinn im vierten Quartal auf 23,6 Millionen beziehungsweise 41 Cent je Aktie mehr als verdoppelt. Analysten hatten lediglich mit einem Ergebnis von 25 Cent je Aktie gerechnet. Was den Amerikanern schmeckt, ist das bequeme Bestellen per Internet oder Telefon und die Lieferung nach Hause. Ebenso hilft: Die Pizzas sind im Vergleich zu einem Restaurantbesuch wesentlich günstiger. Der Konkurrent Papa John’s hat sich trotz der Krise außerdem gut gehalten.

Wie Sie sicherlich schon wissen, hat die Kreditplattform Smava.de meinen Blog zu den 15 besten in Deutschland nominiert. In der finalen Runde sollen die Leser abstimmen. Über Ihren Klick auf der Smava-Website würde ich mich freuen - vorausgesetzt natürlich, dass Sie meinen Blog schätzen. Am 9. März endet der Wettbewerb. Hier geht es zur Abstimmung.

Anmerkung von Werner W. Rehmet    geschrieben 03.03.2010      Website www.mydividends.de
Dass es Blockbuster nicht gut geht, wundert mich nicht. Die Leute leihen sich in schlechten Zeiten immer weniger Filme aus. Auch Apple mit iTunes und der Möglichkeit Filme zu leihen spielt sicher eine Rolle.

Anmerkung von Dirk    geschrieben 04.03.2010      Website www.festgeld-test.com
Hallo Tim, dann viel Glück bei der Abstimmung, meine Stimme hast du schon.

Und die Videotheken, die sind sowieso bald Geschichte... ;-)

Anmerkung von Kerstin    geschrieben 04.03.2010     
Naja, aber die Leute leihen sich doch lieber eine DVD für 1 oder 2 Euro aus, statt gleich den Film für 30 Euro zu kaufen.

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Lululemon: Der Yoga-Matten-König vor dem Absturz?

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New York, Montag, 1. März 2010

Yoga ist ein Renner in New York. Praktisch an jedem Eck können Sie hier Kurse belegen. So ist auch an der Börse der Yoga-Matten- und Athletik-Zubehöranbieter Lululemon Athletica heiß begehrt. Seit März marschierte der Kurs in Siebenmeilenstiefeln nach oben. Der Nasdaq-Titel hat sich versechsfacht auf 30 Dollar. Value-Anleger werden da zunächst mal vorsichtig. Und schauen sich die Bewertung genauer an. Das tat auch das „Wall Street Journal“ und warnte eindringlich vor der Aktie. Der Börsenwert der kanadischen Firma, die an der Nasaq notiert, beträgt 2,1 Milliarden Dollar. Zu bieten hat Lululemon ganze 353 Millionen Dollar Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr. Zwar wächst das trendige Geschäft schnell. Doch den bald sechsfachen Umsatz zu zahlen, ist in der Tat zuviel des Guten. Da gebe ich dem „Wall Street Journal“ recht. Ich hatte mir schon einmal vor zwei Jahren eine Präsentation des Managements vor Investoren angesehen. Schon damals störte mich die überdehnt hohe Bewertung.

Dieses Jahr will die Kette 15 neue Geschäfte eröffnen. Die Yoga-Matten kosten um die 100 Dollar das Stück, da steckt zugegeben jede Menge Profitmarge dahinter. Zuletzt blieb ein Jahresgewinn von 39 Millionen Dollar hängen. Macht ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 53. Absurd! In den USA wollen die Kanadier zwar mittelfristig auf bis zu 300 Geschäfte von derzeit 111 Filialen kommen. Außerdem ist der Konzern frei von Schulden. Doch ist für mich die Aktie angesichts der hohen Bewertung ein Absturzkandidat. Oft können Übertreibungsphasen sehr lange andauern. Das Papier kann noch Wochen und Monate neue Bestmarken ausbilden, bevor die Korrektur folgt.

Anmerkung von Dirk    geschrieben 02.03.2010      Website www.festgeld-test.com
Hallo Tim, das hört sich so an, als ob die Yoga-Party bald vorbei sein könnte. Aber die Geschäftsidee ist sicherlich interessant, wäre vielleicht was für den europäischen Markt?

Anmerkung von Tim Schäfer    geschrieben 02.03.2010      Website http://www.timschaefermedia.com
Problematisch könnte es werden, wenn Nike, Adidas und die anderen Sportriesen den Yoga-Matten-Markt aufrollen. Dann sinkt die Marge. Vielleicht hat Aldi bald auch eine Matte im Angebot.

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Wochenrückblick Teil 2: Gap, Weight Watchers, CKE Restaurants

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New York, Sonntag, 28. Februar 2010

Im Februar verbesserte sich der Dow-Jones-Index um 2,6 Prozent auf 10.325 Punkte. Eine schöne Monatsbilanz. Am besten schnitt unter den 30 Standardwerten J.P. Morgan ab. Am Freitag zog die Modekette Gap um 5,4 Prozent auf 21,50 Dollar an. Das vierte Quartal fiel besser als erwartet aus. Besonders kommt die Billigtochter „Old Navy“ mit starken Verkaufszahlen voran. Die Führungsspitze hatte schon vor einem Jahr angekündigt, die etwas aus der Mode gekommene „Old Navy“ revitalisieren zu wollen. Sie müssen wissen: Die Kernmarke ist Gap, die Kette richtet sich vor allem an Frauen und Männer im Alter zwischen 25 und 35 Jahren. An zweiter Stelle folgt die etwas luxuriösere Ladenkette „Bana Republic“. Hier kleidet sich selbst die Präsidentengattin Michelle Obama ein. Jeans und exquisite Hemden gehen hier für mehr als 100 Dollar über die Ladentheke. Auf niedrigere Einkommen fokussiert sich dagegen Old Navy: T-Shirts ab vier Dollar und Jeans für 50 Dollar. Da sich das Unternehmen wieder auf Kurs befindet, kündigte die Führungsspitze jetzt an, die Dividende erhöhen zu wollen. Zudem will der Vorstand eine Milliarde Dollar für ein Aktienrückkaufprogramm locker machen. Ein solcher Schritt signalisiert Stärke beziehungsweise eine Unterbewertung. Gap sitzt auf 2,2 Milliarden Dollar Netto-Cash, sprich keine Schulden sind an Bord. Der Börsenwert von derzeit gut 14 Milliarden Dollar entspricht in etwa einem Jahresumsatz. Das von Doris und Don Fisher 1969 gegründete Imperium erstreckt sich auf mittlerweile 3.100 Läden rund um die Welt.

Während es bei Gap brummt, befindet sich der Abnehmkonzern Weight Watchers auf Schrumpfkur. Der Gewinn brach im vierten Quartal um 61 Prozent ein. Die Aktie sank am Freitag um 15 Prozent auf 25,72 Dollar. Rund um den Globus bietet Weight Watchers jede Woche 50.000 Sitzungen für seine Mitglieder an. Die Kunden erhalten Ratschläge zu einer gesunden Ernährung, besseren Lebensgewohnheiten und sportlichen Aktivitäten. 60 Prozent der Einnahmen erzielen die New Yorker im Heimatmarkt, 40 Prozent im Ausland. Jahrelang modernisierte der Abnehmberater seine Filialen nicht, das Konzept scheint ein Auslaufmodell zu sein. Eine etwas angestaubte Geschäftsidee. Wobei in den USA ein Drittel der Bevölkerung fettsüchtig und ein weiteres Drittel übergewichtig ist. Lediglich der Rest entspricht mehr oder weniger dem idealen Gewicht nach dem Body-Mass-Index. Keine andere Nation ist dicker.

Dass Restaurant-Aktien wieder hoch in der Gunst der Anleger stehen, schreibe ich hier ständig. Nun explodierte der Kurs der Schnellrestaurantkette CKE um über 27 Prozent auf 11,37 Dollar. Ein Übernahmeangebot einer Private-Equity-Firma flatterte auf den Tisch. Eine Anwaltskanzlei will sogar jetzt einen höheren Preis bei der Transaktion herausschlagen, als die gebotenen 11,05 Dollar Cash je Aktie.

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TheStreet.com: Warum das Börsenportal Potential hat

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New York, Samstag, 27. Februar 2010

Ich bin ein Fan von Jim Cramer. Der 55-jährige Börsenguru (mein Foto) hat optisch irgendwie gewisse Ähnlichkeiten mit Lenin. Cramer macht täglich seine verrückte Börsenshow Mad Money. Auch wenn ich nicht seinen Tradingstrategien zustimme, so ist doch seine durchgeknallte Sendung auf dem Wirtschaftskanal CNBC sehenswert. Aber vor allem finde ich seine Nasdaq-Firma „TheStreet.com“ hochinteressant. Es handelt sich um einen Finanzportalbetreiber. Zu dem Imperium zählen Websites wie Realmoney.com, Stockpickr.com, BankingMyWay.com, Rate-Watch.com oder MainStreet.com. Die Einnahmen teilen sich je zur Hälfte auf Abonnementgebühren und Werbeerlösen auf. Der durchschnittliche Kunde auf TheStreet.com ist bei den Werbetreibenden (Fluglinien, Banken, Autohersteller) sehr begehrt: Im Schnitt 46 Jahre alt, das durchschnittliche Haushaltseinkommen beträgt um die 100.000 Dollar, 88 Prozent gehört eine Wohnung oder ein Haus. Gegründet wurde TheStreet.com 1996 in New York. Im Jahr 1999 ging der Emporkömmling an die Börse. Damals waren Internetaktien heiß begehrt. In der Anfangseuphorie kostete die Aktie rund 46 Dollar. Mittlerweile ist die Notiz um 92 Prozent abgeschmiert.

Was war der Grund für den Absturz? Zum einen platzte die Börsenblase. Zum anderen ging in den zurückliegenden Jahren so alles schief, was nur schief gehen konnte. Der von Cramer installierte Vorstandschef Thomas J. Clarke brachte 2006 und 2007 eine Übernahme nach der nächsten in trockene Tücher. Er kaufte Internetportale für abenteuerliche Summen. Die Shoppingtour endete in einem Desaster. Clarke trat zurück und zig Millionen Dollar musste TheStreet.com abschreiben. Allein im ersten Quartal 2009 türmte sich der Konzernverlust auf 45,8 Millionen Dollar – dank der Abschreibungen auf die Zukäufe. Bei der erworbenen Tochter Promotions.com stellten sich sogar Unregelmäßigkeiten in der Buchhaltung heraus. Die Wirtschaftskrise tat ihr übriges. Auch operativ rutschte der Finanzportalbetreiber in die roten Zahlen. Die Kosten der Internetfirma, die an der Wall Street residiert, hat Cramer nun aber radikal eingedämmt. Auch sein eigenes Salär fällt geringer aus. Redakteure wurden gefeuert, ein Büro in Kalifornien wurde geschlossen. Ich habe in New York ein paar Bekannte, die für Cramer einst gearbeitet haben. Sie erzählten mir, dass die Firma nun schlank und rank ist. Sie sind auch erstaunt darüber, wie tief der Kurs gefallen ist.

Nun zeichnet sich offenbar der Turnaround ab. Der Aktienkurs hebt ab. Am Freitag legte der Titel um 5,4 Prozent auf 3,51 Dollar zu. Im Tief notierte das Papierchen schon bei 1,00 Dollar. Das war im Oktober 2001. Jetzt bringt das Nasdaq-Unternehmen wieder 110 Millionen Dollar auf die Börsenwaage. In der Kriegskasse liegen aber netto noch 63 Millionen Dollar. Cramer wacht über die Barmittel. Da darf ohne seine Zustimmung keiner mehr dran. Schulden sind Fehlanzeige. Insofern billigt die Wall Street dem Konzern nur 47 Millionen Dollar zu, wenn Sie die Marktkapitalisierung um das Cash bereinigen. 2008 gingen rund 70 Millionen Dollar Umsatz durch die Bücher.

Zu den Glanzzeiten verdiente die Firma operativ zwischen elf und zwölf Millionen Dollar. Die operativen Margen waren mit 20 Prozent prächtig. TheStreet.com glich einer Geldgrube. Ob es Cramer allerdings schafft, an die goldenen Jahre anknüpfen zu können, lassen wir einmal dahingestellt. Aber selbst wenn nur acht Millionen Dollar in den kommenden Jahren hängen bleiben sollten, wird die Firma mit einem Gewinnvielfachen von gerade einmal sechs taxiert (47 Millionen dividiert durch 8 = 5,8). Das ist sehr günstig. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von drei Prozent. Am 15. März legt der Vorstand die Jahresabschlusszahlen vor. Ich bin gespannt. Disclaimer: Ich besitze ein paar TheStreet.com-Aktien. PS: Es handelt sich leider nur um ein sehr kleines Päckchen.

Anmerkung von Werner W. Rehmet    geschrieben 28.02.2010      Website www.mydividends.de
Eine Dividendenrendite von 3% ist schon recht beachtlich. Langfristig setzen sich Aktien mit nachhaltiger Ausschüttung durch.

Anmerkung von Tim Schäfer    geschrieben 28.02.2010      Website http://www.timschaefermedia.com
Danke Werner für Deine Anmerkung. Ich muss jedoch zugeben, dass die Dividende derzeit aus der Substanz des Unternehmens bezahlt wird. Der Cashbestand ist riesig und Großaktionär Cramer braucht wohl ein paar Groschen. Dennoch befindet sich TheStreet.com kurz vor dem Turnaround.

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